IT des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung

Denkschrift 2021, Beitrag Nr. 14 (Kapitel 0806)

Der Rechnungshof setzte in der Denkschrift seine Prüfungsreihe zur IT-Neuordnung fort. Die Abteilung Geodatenzentrum (GDZ) des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung ist insbesondere für die IT-Fachverfahren des Landwirtschaftsministeriums sowie der unteren Landwirtschaftsbehörden in den Kommunen zuständig.

Dem GDZ stand in den nächsten 10 Jahren ein erheblicher Verlust an Fachwissen durch ruhestandsbedingte Abgänge bevor. Die Personalgewinnung gestaltete sich aufgrund der Konkurrenzsituation im IT-Bereich schwierig. Deshalb waren Transfer und Dokumentation von vorhandenem Fachwissen von zentraler Bedeutung. Damit ließen sich auch Abhängigkeiten von kostenintensiven Dienstleistern reduzieren.

Die Arbeit des GDZ ist von einer hohen Fachlichkeit geprägt. Der Anteil der fachbezogenen Tätigkeiten an der Entwicklung und Pflege betrug 80 Prozent. Zudem handelte es sich oft um singuläre IT-Fachverfahren, die in anderen Fachbereichen nicht genutzt werden konnten. Eine Verlagerung der Entwicklung und Pflege zur BITBW, wie sie das BITBW-Gesetz aktuell vorsah, würde nach Auffassung des Rechnungshofs keine Synergien erzeugen. Er sprach sich deshalb dafür aus, die Aufgaben beim GDZ zu belassen und regte an, das BITBW-Gesetz zu modifizieren. Künftig sollte im begründeten Einzelfall eine dezentrale Entwicklung und Pflege von Fachverfahren möglich sein.

Der Rechnungshof sah beim IT-Service-Management (ITSM) in seiner derzeitigen Ausgestaltung deutlichen Handlungsbedarf. Das ITSM sollte eine bestmögliche, systematische Unterstützung von Geschäftsprozessen durch die IT-Organisation sicherstellen. Besondere Dringlichkeit an ein anforderungsgerechtes ITSM ergab sich aus der Zugehörigkeit des GDZ zur EU-Zahlstelle Baden-Württemberg. Das GDZ verantwortete hierbei die Entwicklung und Pflege aller IT-Fachverfahren, die in der Kommunal- und Landesverwaltung zur Abwicklung der landwirtschaftlichen EU-Fördergelder zum Einsatz kommen.

Parlamentarische Behandlung

Der Landtag hat die Landesregierung gebeten,
1. die Empfehlung des Rechnungshofs, die Zuständigkeit für Entwicklung und Pflege von Fachverfahren zu modifizieren, aufzugreifen und bei der Novellie¬rung des BITBW-Gesetzes zu berücksichtigen;
2. die weiteren Empfehlungen des Rechnungshofs umzusetzen, insbesondere a) die gewonnenen Erkenntnisse zur Zentralen Benutzerverwaltung des Geo-datenzentrums (GDZ) in die aktuellen Überlegungen des Landes für ein Identity- und Accessmanagement einfließen zu lassen,
b) Projektmanagementwerkzeuge beim GDZ gemeinsam mit den betroffenen Ministerien und der BITBW in Einsatz zu bringen,
c) den Aufbau eines bedarfsgerechten IT-Service-Managements beim GDZ gemeinsam mit der BITBW zu forcieren und
d) den Wissenstransfer von externem und internem Know-how sicherzustellen.

Reaktion der Landesregierung

Parlamentarische Erledigung

Der Beitrag ist noch nicht parlamentarisch erledigt. Die Landesregierung hat dem Landtag am 17.06.2022 berichtet.

Letzte Änderung dieses Artikels: 29.06.2022