Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

Denkschrift 2020, Beitrag Nr. 26 (Kapitel 1477)

Die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe wurde gemeinsam mit dem Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe Anfang der Neunzigerjahre gegründet. Die Hochschule für Gestaltung Karlsruhe gehört hochschulrechtlich wie die Kunstakademien in Stuttgart und Karlsruhe zu den Kunsthochschulen des Landes. Sie bietet vier Diplom- und einen Magisterstudiengang an. Die Hochschulen hat bis heute bewusst davon abgesehen, Bachelor- und Masterstudiengänge einzurichten. Mit 339 Studierenden im Jahr 2019 gehört die Hochschule für Gestaltung Karlsruhe zu den kleinsten Hochschulen in Baden-Württemberg.

Die Hochschule verfügte über 59 Personalstellen, davon 19 Stellen für Professoren, von denen die Mehrzahl befristet beschäftigt waren. Die befristeten Besetzungen von Professorenstellen hatten sich nach Ansicht des Rechnungshofs nicht bewährt und verursachten einen beachtlichen Mehraufwand. Auch beeinträchtigte der personelle Wechsel die an einer Hochschule notwendige Kontinuität. Der Rechnungshof empfahl daher, die Personal- und Organisationsstruktur zu ändern.

Die Prüfung der Haushalts- und Wirtschaftsführung ergab Beanstandungen bei einzelnen Beschaffungsvorgängen, beim Abschluss von Werk- und Honorarverträgen und bei dem Vergaberahmen für Leistungsbezüge. Das Wissenschaftsministerium sollte den Vergaberahmen für Leistungsbezüge der Professoren an der Hochschule reduzieren.

Die Zahl der Studierenden ging in den letzten Jahren in allen Studiengängen zurück. Die durchschnittliche Studiendauer betrug im akademischen Jahr 2017/2018 in den Diplomstudiengängen zwischen 14,2 und 18,6 Semester und im Magisterstudiengang 16,4 Semester. Eine systematische Alumni-Befragung fand nicht statt. Die geplanten Maßnahmen zur Verringerung der Studiendauer sollten durch die Hochschule konsequent umgesetzt werden. Das Wissenschaftsministerium und die Hochschule sollten die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor- und Masterstudiengänge prüfen.

Parlamentarische Behandlung

Der Landtag hat die Landesregierung gebeten, die Umsetzung der vom Rechnungshof vorgeschlagenen Änderungen der Personal- und Organisationsstruktur zu prüfen sowie den Vergaberahmen für Leistungsbezüge der Professoren zu reduzieren. Auch sollte die Landesregierung auf die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe mit dem Ziel einwirken, die Empfehlungen des Rechnungshofs zur Haushalts- und Wirtschaftsführung künftig zu beachten sowie die Empfehlungen zu Studium und Lehre, insbesondere zur Verbesserung des Studierendenmarketings und der Verringerung der Studiendauer nach Möglichkeit umzusetzen und eine Umstellung der Studiengänge auf Bachelor- und Masterstudienabschlüsse zu prüfen.

Reaktion der Landesregierung

Die Landesregierung hat berichtet, dass die HfG im Juni 2021 fristgerecht einen Struktur- und Entwicklungsplan für die Jahre 2021 bis 2025 vorgelegt habe, dem das Wissenschaftsministerium im Oktober 2021 unter Auflagen zugestimmt hat. Im Struktur- und Entwicklungsplan habe die HfG wesentliche Empfehlungen des Rechnungshofs zur Weiterentwicklung der Personal- und Organisationstruktur aufgegriffen.

Bis Ende 2023 soll die Organisationstruktur gestrafft und die Zahl der Fachgruppen auf maximal drei reduziert werden.

Verbesserungsbedarf sehe das Wissenschaftsministerium nach wie vor bei der Kooperation der HfG mit dem Zentrum für Kunst und Medien.

Die Empfehlung des Rechnungshofs zu den Vergaberahmenresten sei durch eine Absenkung des Besoldungsdurchschnitts auf den vom Finanzministerium definierten Besoldungsdurchschnitt beginnend mit dem Jahr 2021 umgesetzt worden.

Der HfG sei es in den letzten Jahren gelungen, die Professionalität ihrer Verwaltung deutlich zu verbessern und die dort vom Rechnungshof festgestellten Mängel abzustellen. Die HfG habe in den letzten Jahren verschiedene Maßnahmen zur Erhöhung der Sichtbarkeit für Studienbewerberinnen und -bewerber eingeleitet. Die HfG hat bereits zum Ende Oktober 2018 in alle Prüfungsordnungen eine verbindliche Regelung zur Begrenzung der Höchststudiendauer auf 14 Semester aufgenommen. Ergänzt wurde diese Maßnahme durch eine verstärkte individuelle Beratung von Studierenden in hohen Fachsemestern in Richtung auf einen raschen Studienabschluss.

Der aktuelle Struktur- und Entwicklungsplan der HfG sehe eine Fortführung der bisherigen Magister- und Diplomabschlüsse vor. Das Wissenschaftsministerium akzeptiere diese Entscheidung.

Parlamentarische Erledigung

Der Beitrag ist noch nicht parlamentarisch erledigt. Die Landesregierung hat dem Landtag bis zum 30.04.2024 erneut zu berichten.

Letzte Änderung dieses Artikels: 31.08.2022