Krankheitsvertretungsreserve an den öffentlichen Schulen des Landes

Denkschrift 2013, Beitrag Nr. 8 (Kapitel 0405 bis 0428)

Zur Vermeidung von Unterrichtsausfällen konnte das Kultusministerium auf Ressourcen von jährlich bis zu 191 Mio. Euro zurückgreifen. Dazu zählten die Krankheitsvertretungsreserve, Haushaltsmittel für Vertragskräfte und Mehrarbeitsvergütungen sowie personelle und schulorganisatorische Maßnahmen. Das Organisationsgeschick der Schulleitungen und das Engagement der Lehrkräfte bestimmten im Wesentlichen die Wirksamkeit der Vertretungsmaßnahmen.

An den Schulen gab es viele Informationen zu Unterrichtssituation, Abwesenheit von Lehrkräften und Vertretungsmaßnahmen. Diese waren nicht für eine effiziente Auswertung erschlossen. Hierzu fehlten steuerungsrelevante Kennzahlen. Ausschlaggebend für die Verbesserung der Unterrichtssituation war für den Rechnungshof der zielgerichtete und sachgerechte Einsatz der Lehrerinnen und Lehrer vor Ort. Große mehrzügige Schulen könnten die Unterrichtsversorgung eher sicherstellen.

Parlamentarische Behandlung

Der Landtag hat die Landesregierung gebeten, in der regionalen Schulentwicklungsplanung den Vertretungsaspekt zu berücksichtigen, die jährliche Erhebung zur Unterrichtssituation mit der Sondererhebung Langzeiterkrankte zu verbinden und zu einer differenzierten Vollerhebung auszubauen sowie mittelfristig an allen Schulen steuerungsrelevante Kennzahlen zur Unterrichtsversorgung vorzuhalten. Ferner sollte durch geeignete IT-Module der Einsatz der Krankheitsvertretungskräfte optimiert werden, insbesondere sollten IT-Module zur Schulstatistik sowie zur Ressourcensteuerung an allen Schulen bis 2020/2021 verpflichtend eingeführt werden.

Reaktion der Landesregierung

Die Landesregierung hat berichtet, dass bereits an IT-Lösungen gearbeitet werde, um den erheblichen Mehrbelastungen der Schulleitungen, resultierend aus der jährlichen Erhebung zur Unterrichtssituation mit der Sondererhebung Langzeiterkrankte, entgegen zu wirken. Steuerungsrelevante Kennzahlen würden bereits vorliegen und durch den künftigen, flächendeckenden Einsatz der Software ASV-BW noch zahlreicher zur Verfügung stehen.

Parlamentarische Erledigung

Der Beitrag ist noch nicht parlamentarisch erledigt. Die Landesregierung hat dem Landtag nach Vorlage des Rechnungshofberichts gemäß § 88 Abs. 3 Landeshaushaltsordnung "Amtliche Schulverwaltung - ASV Ba-WÜ" erneut zu berichten.

Letzte Änderung dieses Artikels: 08.01.2019