Institute für Sinologie an den Universitäten Freiburg, Heidelberg und Tübingen

Denkschrift 2017, Beitrag Nr. 18 (Kapitel 1410, 1412 und 1415)

In Baden-Württemberg bieten die Universitäten Freiburg, Heidelberg und Tübingen das Studium der Sinologie mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Während die Studierendenzahlen in Freiburg und Heidelberg trotz des Einsatzes von Mitteln aus dem Ausbauprogramm 2012 stagnierten oder sogar zurückgingen, war es in Tübingen durch das Angebot eines Studiengangs mit berufspraktischem Schwerpunkt gelungen, ein Mehr an Nachfrage zu generieren. Insgesamt studierten an den drei Universitäten im Wintersemester 2015/2016 nur 747 Studierende Sinologie im Haupt- oder Nebenfach.

Der Rechnungshof empfahl, angesichts der wachsenden Bedeutung des Faches Sinologie, Strategien zu entwickeln, um das Interesse an einem Sinologiestudium zu steigern. Außerdem könnten die Studienstrukturen, die berufspraktischen Teile des Studiums und die Ausstattung der Institute verbessert werden. Es könnte als Orientierungshilfe für Studienanfänger ein Vorsemesterkurs wie in Heidelberg auch an den anderen Standorten angeboten werden. Ein Lehramtsstudiengang „Chinesisch für Gymnasien“ sollte an allen drei Standorten angeboten werden.

In Heidelberg und Freiburg arbeiteten die Sinologischen Institute in unterschiedlichem Umfang mit den örtlichen Konfuzius-Instituten zusammen. An beiden Standorten erhielten die Konfuzius-Institute Zuwendungen aus dem Haushalt der Universität. Der Rechnungshof vertrat die Auffassung, dass Subventionen allenfalls dann gerechtfertigt sind, wenn sie im Zusammenhang mit konkreten Gegenleistungen der Konfuzius-Institute stehen und der Universität und ihren Studierenden zugutekommen.

Parlamentarische Behandlung

Der Landtag hat die Landesregierung gebeten, die Empfehlungen des Rechnungshofs zur Ausstattung und Studienstruktur der Institute für Sinologie an den Universitäten Freiburg, Heidelberg und Tübingen umzusetzen und an allen drei Standorten die Einführung eines Lehramtsstudiengangs „Chinesisch für Gymnasien“ zu prüfen. Die Universitäten Freiburg und Heidelberg sollten die Grundlagen und die wirtschaftliche Seite der Zusammenarbeit mit den örtlichen Konfuzius-Instituten überprüfen.

Reaktion der Landesregierung

Die Landesregierung hat mitgeteilt, dass die personelle, sächliche und räumliche Ausstattung der Freiburger Sinologie sowie die Unterbringung der Institute in Heidelberg und Tübingen verbessert worden seien. An allen drei Standorten werde ein Lehramtsstudiengang „Chinesisch für das Lehramt an Gymnasien“ angeboten. Einen Vorsemesterkurs werde die Heidelberger Sinologie weiter anbieten, die Freiburger und Tübinger Sinologie haben dies abgelehnt.

Die sinologischen Institute in Freiburg und Heidelberg haben ihre Zusammenarbeit mit den Konfuzius-Instituten überprüft. Die Freiburger Sinologie profitiere personell und finanziell von der Kooperation mit dem Konfuzius-Institut. Die Universität Heidelberg unterstütze das Konfuzius-Institut finanziell nicht mehr, proftiere aber durch Projektförderungen und Stipendien vom Konfuzius-Institut.

Parlamentarische Erledigung

Der Landtag hat den Bericht der Landesregierung zur Kenntnis genommen und das parlamentarische Verfahren am 21.02.2019 beendet.

Bewertung Zielerreichung

Die Vorschläge des Rechnungshofs wurden teilweise umgesetzt.

Letzte Änderung dieses Artikels: 21.10.2019