Schlossfestspiele Ettlingen und Ludwigsburger Schlossfestspiele

Denkschrift 2015, Beitrag Nr. 24

Das Land Baden-Württemberg förderte 2015 16 Theaterfestspiele institutionell. Der Rechnungshof prüfte 2013 die Schlossfestspiele Ettlingen und die Ludwigsburger Schlossfestspiele.

Der Landesförderung der Festspiele wird regelmäßig das Verhältnis 2 zu 1 (Kommune - Land) zugrunde gelegt. Festspiele, die in die Landesförderung aufgenommen wurden, bevor das Land einheitliche Kriterien dafür zugrunde legte, werden teilweise anders gefördert. Hierzu gehören die Schlossfestspiele Ettlingen. Die Ludwigsburger Schlossfestspiele erhalten aufgrund ihrer Widmung zu „Landesfestspielen“ 1980 eine erhöhte Förderung von 1 zu 1 (Kommune - Land).

Die Prüfung ergab, dass die Struktur der Förderung uneinheitlich und nicht an allen Stellen transparent und nachvollziehbar ist.

Die Schlossfestspiele Ettlingen waren sparsam und effizient organisiert, erreichten nachhaltig ihr Publikum und boten eine solide Perspektive für die kommenden Jahre. Das Verhältnis der Förderung durch die Stadt und das Land war nicht zu beanstanden. Die Förderung sollte aus Sicht des Rechnungshofs im bewährten Umfang beibehalten werden.

Bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen zeigte sich ein deutlicher Rückgang der Veranstaltungs- und Besucherzahlen. Nach Veranstaltungsorten und der Besucherstruktur wurden sie eher zu einer kommunalen und regionalen Veranstaltung. Besucherzahl und -struktur spiegeln die 1980 intendierte überregionale und internationale Ausstrahlung nur eingeschränkt wider. Der Rechnungshof empfahl, die Landesförderung der Ludwigsburger Schlossfestspiele an der Kommunaltheaterförderung zu orientieren und den Zuschuss auf 20 Prozent der Ausgaben zu senken.

Parlamentarische Behandlung

Der Landtag hat die Landesregierung gebeten, zu prüfen, ob Parameter zur Förderung der Festspiele in einer Richtlinie nachvollziehbar und unter Vermeidung von hohem Abrechnungsaufwand geregelt werden können. Die Förderung der Schlossfestspiele Ettlingen sollte im bewährten Umfang unter Ausgleich von Personal- und Sachkostensteigerungen beibehalten werden. Des Weiteren sollte darauf hingewirkt werden, dass die Schlossfestspiele Ludwigsburg und damit auch das Land Baden-Württemberg überregional und international verstärkt repräsentiert werden.

Reaktion der Landesregierung

Die Landesregierung hat mitgeteilt, dass die Kriterien zur Förderung von Theaterfestspielen konkretisiert und auf der Homepage des Wissenschaftsministeriums veröffentlicht worden seien. Die Förderung der Schlossfestspiele Ettlingen werde mit einer leichten Steigerung in bewährtem Umfang fortgesetzt. Für die Ludwigsburger Schlossfestspiele habe das Land sowohl im Aufsichtsrat als auch durch Sonderzuschüsse auf eine Steigerung der Gastspieltätigkeit hingewirkt. Für die kommenden Jahre strebe das Festspielorchester vermehrt nationale und internationale Gastspiele an.

Parlamentarische Erledigung

Der Landtag hat den abschließenden Bericht der Landesregierung zur Kenntnis genommen und das parlamentarische Verfahren am 21.02.2019 beendet.

Bewertung Zielerreichung

Dem Einsparvorschlag des Rechnungshofs zu den Ludwigsburger Festspielen wurde nicht gefolgt. Durch die neue Intendanz soll die Präsenz der Schlossfestspiele im Land auf ein neues Niveau gehoben werden. Falls die Festspiele diesem Anspruch nicht gerecht werden, wird der Rechnungshof zu gegebener Zeit seinen Einsparvorschlag wiederholen.

Letzte Änderung dieses Artikels: 11.07.2019