Popakademie Baden-Württemberg

Denkschrift 2015, Beitrag Nr. 23

Der Rechnungshof prüfte die Popakademie GmbH in Mannheim. An der Gesellschaft sind neben dem Land Baden-Württemberg noch die Stadt Mannheim, der Südwestrundfunk und die Landesanstalt für Kommunikation beteiligt. Die Einrichtung fungiert einerseits als Hochschuleinrichtung, andererseits versteht sie sich als Kompetenzzentrum für die populäre Musikwirtschaft.

Bei der Prüfung zeigte sich, dass die Popakademie ihre Aufgabe in Studium und Lehre gut erfüllt. Es bestand nach wie vor eine hohe Nachfrage nach den jährlich 100 Studienplätzen für zwei Bachelor- und zwei Master-Studiengänge. Absolventen der Popakademie finden in der Regel schnell einen adäquaten Arbeitsplatz in der Musikbranche. Ein Absolvent eines Bachelorstudiengangs kostete die öffentliche Hand weniger als die Hälfte eines an einer Staatlichen Musikhochschule ausgebildeten Musikers.

Im Unternehmensbereich „Kompetenzzentrum“ fehlte hingegen eine durchgängige Strategie bei der Auswahl der von der Popakademie durchgeführten Projekte. Ebenso war kein Konzept vorhanden, das Art und Inhalt der angebotenen Leistungen auch wirtschaftlich priorisiert. Unentgeltliche oder nicht kostendeckende Programme im Bereich der Weiterbildung trugen zu einem jährlichen Defizit von mehr als 500.000 Euro bei.

Die Popakademie Baden-Württemberg sollte als selbstständige Hochschuleinrichtung mit ihrem deutschlandweit einmaligen Profil erhalten bleiben. Jedoch hielt der Rechnungshof die innere Struktur der Popakademie für verbesserungsfähig. Er empfahl, die Akademie in eine öffentlich-rechtliche Einrichtung umzuwandeln und den Regelungen des Landeshochschulgesetzes zu unterstellen.

Parlamentarische Behandlung

Der Landtag hat die Landesregierung gebeten, die Popakademie als selbstständige Hochschuleinrichtung zu erhalten und die Wirtschaftlichkeit der Popakademie zu verbessern, soweit sie als Kompetenzzentrum oder in der Weiterbildung tätig wird.

Reaktion der Landesregierung

Die Landesregierung hat mitgeteilt, dass sie die Popakademie weiterhin als selbständige Hochschuleinrichtung erhalten werde. Auch ein finanziell nachhaltiges Fundament für die Einrichtung solle zukünftig gewährleistet sein.

Ferner seien bereits Verbesserungen der Wirtschaftlichkeit in den Tätigkeitsfeldern Kompetenzzentrum und Weiterbildung umgesetzt oder auf den Weg gebracht worden. Durch diese Maßnahmen solle eine finanzielle Verbesserung von rd. 270.000 Euro im Jahr erzielt werden.

Parlamentarische Erledigung

Der Landtag hat den Bericht der Landesregierung zur Kenntnis genommen und das parlamentarische Verfahren am 09.03.2017 beendet.

Letzte Änderung dieses Artikels: 12.03.2018